Immer wieder gibt es Hochstapler, die sehr viele Menschen hinters Licht führen, bis sie erwischt werden. Bei manchen dauert ihr Spiel sehr lange und viele Jahre, bis sie auffliegen. Ärzte sagen: Oft stecke dahinter aber eine psychische Krankheit.

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„Netflix“ verfilmt den Fall Deutscher Hochstaplerin drohen 15 Jahre Ami-Knast

Foto: Polaris/laif
" data-zoom-src="https://bilder.bild.de/fotos/netflix-verfilmt-den-fall-deutscher-hochstaplerin-drohen-15-jahre-ami-knast-200829039-56063010/Bild/3.bild.jpg" width="1280"> Anna Sorokin in New York vor Gericht: Am Dienstag lehnte die Richterin eine Deal ab, den die Verteidigung vorgeschlagen hatte. Im Knast sagte Sorokin: „Meine Eltern hatten hohe Erwartungen, haben meinen Entscheidungen immer vertraut. Ich denke, das bereuen sie jetzt“Foto: Polaris/laif
veröffentlicht am 20.06.2018 - 15:03 Uhr




Sie gab sich als superreiche Millionen-Erbin aus, charterte Privatjets, wohnte wochenlang in Luxushotels, schmiss mit 100-Dollar-Noten um sich – und prellte ihre Opfer um Zehntausende Euro.
In Wahrheit ist Anna Sorokin (27) die Tochter eines ehemaligen Lkw-Fahrers. Jetzt sitzt die Deutsch-Russin in New York im Knast. Der Hochstaplerin drohen bis zu 15 Jahre Haft!
Am Dienstag wies ein Gericht einen von der Verteidigung vorgeschlagenen Deal zurück, wonach Sorokin nur bis zu drei Jahre in den Bau gewandert wäre.
Die Richterin: „Sie erscheint besorgter darüber, wer sie in der Verfilmung des Falls spielt, als darüber, was sie ihren Opfern angetan hat. Ich erkenne keine Reue.“

Die Geschichte ist so aberwitzig, dass sie nun sogar zur „Netflix“-Serie werden soll. Shonda Rhimes (schrieb unter anderem „Grey's Anatomy“) ist für das Drehbuch zuständig.Anna sei einverstanden, offenbarte eine Freundin dem „[Links nur für registrierte Nutzer]“-Magazin – zumindest solange Jennifer Lawrence oder Margot Robbie sie spielen würden. Lindsay Lohan könne Sorokin hingegen nicht als Hauptdarstellerin akzeptieren, die finde sie zu alt.






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► Grundlage der Netflix-Serie ist ein Artikel im „[Links nur für registrierte Nutzer]“, der Sorokins Geschichte Ende Mai umfassend aufdröselte: Demnach wurde die Hochstaplerin 1991 in Russland geboren, zog mit ihrer Familie nach Deutschland, ging in Eschweiler (NRW) zur Schule, lebte ein normales Leben.
Nach dem Abi unterstützte die Familie Anna, damit sie studieren konnte. Als Anna für ein Praktikum nach Paris ging, begann die Hochstapelei.
Fortan nannte sie sich Anna Delvey, erzählte, sie warte auf die Auszahlung ihres Erbes durch einen Treuhandfonds.
Den einen sagte sie, ihr Vater sei ein russischer Öl-Mogul. Anderen gegenüber behauptete sie, er sei Diplomat oder handle mit Antiquitäten.
In Wirklichkeit fuhr ihr Vater früher Laster, wurde dann Manager eines Transportunternehmens und gründete später eine kleine Firma für Energie- und Wärmesysteme. Aber Sorokin kam mit jeder ihrer Millionärs-Geschichten durch.
Foto: Instagram
" data-zoom-src="https://bilder.bild.de/fotos/anna-sorokin-200829041-56063026/Bild/4.bild.jpg" width="1280"> Lange stellte niemand die Geschichten infrage, die Anna Sorokin auftischteFoto: Instagram
Als sie nach New York ging, nahm der Betrug endgültig filmreife Ausmaße an. Sie schmiss geliehenes Geld für Luxus-Dinner, Privat-Trainer und Geschenke raus, buchte Trips nach Venedig und Marrakesch, flog im Privat-Jet nach Omaha, um Warren Buffett auf einer Investmentkonferenz zu treffen.
Banken schnorrte sie um Millionen-Kredite an, angeblich, um ein großes Kunst-Zentrum in New York zu gründen. Dazu soll sie falsche Dokumente vorgelegt haben, um ihre Kreditwürdigkeit zu beweisen.

Angeblich erhielt sie Zehntausende Euro von einer Bank, die sie dann wiederum als Sicherheit für weitere Kredite benutzte. Am Ende blieben massenweise ungedeckte Schecks, offene Hotelrechnungen und empörte Freunde, bei denen sie tief in der Kreide stand.
Das Kartenhaus brach zusammen.



Wie hoch der Schaden ist, den Anna Sorokin insgesamt anrichtete, ist noch offen. Laut [Links nur für registrierte Nutzer] beläuft er sich auf umgerechnet mindestens 240 000 Euro, wenn nicht noch weitere Forderungen hinzukommen sollten.
Allein für den Marrakesch-Urlaub (mit Privat-Butler im Hotel und eigenem Swimming-Pool) musste eine eigentlich eingeladene Freundin 54 000 Euro zahlen, weil Sorokins Karten streikten. „Das ist mehr als ich in einem Jahr verdiene“, schrieb die Fotoredakteurin in der „[Links nur für registrierte Nutzer]“. Bis heute warte sie auf ihr Geld.
„Anna hat die Welt verzaubert, normale Regeln schienen nicht zu gelten. Ihr lockerer Materialismus war so verführerisch“, heißt es in dem Artikel. „Was immer man wollte, wurde gekauft. Wer würde glauben, dass sie die ganze ausführliche Geschichte erfinden und so lange aufrecht erhalten könnte? Es war ein magischer Trick – und es ist mir peinlich, das zu sagen: Ich gehörte zu ihren Requisiten.“