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Thema: Nullwachstum

  1. #11
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    Standard

    was ich statt marktwirtschaft will, ist eigentlich nicht so ganz schwer rauszulesen. aber bevor ist das noch mal erkläre, erst mal zu deinen einwänden.

    du denkst dir einen markt als methode, wie waren am besten und sinnvollsten verteilt werden können. und geld und gewinn sind anreizmittel, damit leute dinge produzieren. das behauptet in teilen auch die VWL, ist aber deswegen immer noch falsch.

    geld und gewinn verhindern aus den inzwischen mehrfach genannten gründen eine vernünftige produktion. wenn sie masstab für die produktion sind, dann wird zum einen nur für sie produziert und zum anderen wird nicht produziert, wenn sich der gewinn nicht einstellt. das widerspricht schon sehr grundsätzlich deinem postulat, der gewinn sei nur ein mittel für einen anderen zweck. wenn es so wäre, dann würde man ja mit der produktion nicht aufhören, nur weil das mittel versagt. man würde sich vielleicht andere, bessere mittel suchen. das gegenteil ist der fall: weil sich gewinn nciht einstellt, wird die produktion dicht gemacht. somit ist dies der zweck und nicht das mittel. damit ist deine verteil-theorie jedoch hinfällig.

    und ob auf dem markt tatsächlich die dinge produziert wurden, die die leute haben wollen, erweist sich immer erst hinterher. wenn dies nicht fall war, war die ganze arbeit umsonst, das zeug wird weggeworfen, die produktion eingestellt. mit einem effektiven mittel zur verteilung von warenströmen dorthin, wo man etwas braucht, hat das nun wirklich nichts zu tun.

    und was will ich nun? eine produktion, die die beürfnisbefriedigung zum zweck hat. ganz einfach. dafür braucht es kein geld, keinen markt. nur einen plan. (ja, du darfst darauf jetzt stürzen). und noch mal: einen anreiz für gewinn brauche ich nur, wenn gewinn der zweck ist. wenn konsumgüter der zweck sind, dann sind die ja wohl anreiz genug.

    sozialstaat: die existenz eines solchen systems ist sehr wohl ein hinweis, und zwar darauf, dass der lohn, die man für seine arbeit erhält, eben nicht als lebensmitel taugt. dafür wird er auch gar nicht gezahlt. er wird für geleistete arbeit gezahlt. und er reicht bei weitem nicht, um die schwierigkeiten des lebens (krankheiten, alter usw) zu überstehen. das ist dem staat bewusst. daher installiert er eine staatliche enteignung von lohnbestandteilen (das sind die sozialversicherungen), um aus der gesamtlohnsumme aller arbeitenden leute diese fälle zu bezahlen. er verteilt also nichts, schenkt nichts, sondern enteignet.

    übrigens: weder geht es hier nach dem motto "jeder nach seinem können" noch würde ich meine kritik mit "jeder nach seinen bedürfnissen" zusammenfassen. solche mottos taugen nichts

  2. #12
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    du denkst dir einen markt als methode, wie waren am besten und sinnvollsten verteilt werden können. das behauptet in teilen auch die VWL, ist aber deswegen immer noch falsch.
    Zumindest als praktikabelste Methode, da sie der menschlichen Neigung zur Faulheit entgegenkommt (->Selbstorganisation). In der Beurteilung der Falschheit unterscheiden wir uns offensichtlich.

    geld und gewinn verhindern aus den inzwischen mehrfach genannten gründen eine vernünftige produktion.
    Ich sehe einen Plan nicht als sinnvolle Alternative an.

    wenn sie masstab für die produktion sind, dann wird zum einen nur für sie produziert und zum anderen wird nicht produziert, wenn sich der gewinn nicht einstellt.
    Exakt.

    das widerspricht schon sehr grundsätzlich deinem postulat, der gewinn sei nur ein mittel für einen anderen zweck.
    Das sehe ich nicht so. Gewinn ist nicht Selbstzweck, der Gewinn muß sich real umsetzen lassen. Zweck ist Bedürfnisbefriedigung. Ich muß mir von meinem Gewinn also etwas kaufen können. Da Geld allgemein akzeptiert ist, ist es ein sehr probates Mittel.

    wenn es so wäre, dann würde man ja mit der produktion nicht aufhören, nur weil das mittel versagt. man würde sich vielleicht andere, bessere mittel suchen. das gegenteil ist der fall: weil sich gewinn nciht einstellt, wird die produktion dicht gemacht. somit ist dies der zweck und nicht das mittel. damit ist deine verteil-theorie jedoch hinfällig.
    Welches andere wirtschaftliche Mittel als Handel kennst Du denn, um Gewinn zu machen? Mir ist keine Alternative bekannt! Und ich behaupte einfach: Gäbe es sie, hätte sie schon jemand gefunden. Denn Chancen, Gewinn zu machen, werden von Menschen nahezu sofort besetzt.

    Und natürlich ist die Einstellung der Produktion das letzte Mittel. Die tatsächlich absetzbare Menge läßt sich durch Rückkoppelung des Marktes meist recht gut ermitteln. Ansonsten wird zudem meist ein anderes Konsumgut produziert und nicht gar nichts.
    Mit einem effektiven Mittel zur Verteilung von Waren hat das sehr wohl eine Menge zu tun: Derjenige, der seine Waren absetzen will, wird sich darum kümmern, daß die zur Verteilung nötige Infrastruktur entsteht und von sich aus aktiv werden! Unwahrscheinlich, daß dabei größere retable Absatzmärkte unerschlossen bleiben, weil ein Nichterschluß vergebene Gewinnchancen bedeutet.

    Das mit dem Plan halte ich wie gesagt grundsätzlich für keine gute Idee.

    einen anreiz für gewinn brauche ich nur, wenn gewinn der zweck ist. wenn konsumgüter der zweck sind, dann sind die ja wohl anreiz genug.
    Daß das Anreiz genug ist, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Was hindert mich in einem solchen Wirtschaftssystem daran, nicht an diesem Wirtschaftssystem teilzunehmen und meine Zeit anderweit zu verbringen, wenn meine Bedürfnisse eh befriedigt werden? Werden meine Bedürfnisse besser befriedigt, wenn ich mich anstrenge oder soll ich aus Idealismus arbeiten?

    Lohn reicht also nicht, um die Schwierigkeiten des Lebens zu überstehen?Das sehe ich in Deutschland nicht so. Die "staatliche Enteignung von Lohnbestandteilen" (Dafür wird Dir jeder "Besserverdiener" Beifall klatschen!) wird doch wohl zumindest umverteilt? Es gibt Nettozahler und Nettoempfänger. Und logischerweise wird von den Nettozahlern zu den Nettoverdienern umverteilt. Letzteren wird das Geld quasi geschenkt oder sehe ich da was falsch? Im finde das, wie schon gesagt, bis einem gewissen Grad völlig in Ordnung.

    Mottos verkürzen meist unangemessen, richtig. Trotzdem scheint mir Deine Kritik in diese Richtung zu gehen. Schließlich ist Dir doch an einer Produktion gelegen, die Bedürfnisbefriedigung zum Zweck hat.

    Grüße
    John
    putredines prohibet in amaritudine sua

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