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Thema: Hatte Stalin keine Werte?

  1. #1011
    Resteverwerter Benutzerbild von brain freeze
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    Standard AW: Hatte Stalin keine Werte?

    Zitat Zitat von Iwan Beitrag anzeigen
    Warum sollten es unbedingt russische Arbeiter oder Intellektuellen sein? Russland war nie so nationalistisch. Es begann nicht mit Bolschewiken, dass die wichtigsten Posten nicht von den Russen bekleidet wurden. Ich glaube, es ist richtig, wenn nicht die Vertreter der richtigen Nation, sondern die fähigsten regieren. Es fiel so zusammen, dass zur Zeit der Oktoberrevolution, die Juden die fähigsten und willigsten zu leiten waren. Die Juden war damals die einzige diskriminierte Nation im Russland. Sie durften nicht im Zentralrussland ansiedeln, Landwirtschaft betreiben und noch etwas, ich habe nicht alles behalten. Darum waren die Juden eher am Rebellieren, als Russen. Dann auch die Ausbildung - alle Juden waren ausgebildet. Und wenn es dir die hohe Posten der Juden beneidenswert vorkommen, so untersuche wer von ihnen nicht im Bett gestorben ist. Ich glaube, die Revolutionäre waren alle darauf bereit, früh zu sterben. Von der Reichtümer ist es auch nicht zu sprechen. Das Parteimaximum wurde erst 1939 abgeschafft und bis dann durfte jeder Kommunist nicht mehr als dieses Maximum - der Lohn eines Arbeiter - bekommen.
    Es geht nicht darum, was hätte sein sollen, sondern was real war - und da gab nun mal eine Überrepräsentation, die dem Ganzen eine bestimmte Richtung aufprägte. Das, was du als "besonders fähig" definierst, hängt natürlich mit der Zielstellung zusammen. Wer also in der Zeit des Roten Terrors besonders kaltblütig war, wäre demzufolge besonders "fähig", was natürlich fragwürdige Kriterien sind. Zumal selbst die demokratische Organisation des entstehenden Staates von solcherart "fähigen Kräften" zerschlagen wurde (Verfassungsgebende Versammlung; Wahl nach der Oktoberrevolution). Aber wir brauchen da nicht auf Stelle zu treten. Zumal die rechtliche Gleichstellung der Juden durch die sog. Februarrevolution bereits erreicht war.
    Der Norden vergißt nicht.

  2. #1012
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    Standard AW: Hatte Stalin keine Werte?

    @ Genosse Haidach

    du hast wohl alle Werke der Genossen Lenin und Stalin im Schrank stehn oder mal auswendig gelernt, aber interessante Auszüge, wenn du sie richtig widergeben solltest, nichts desto trotz bleibt ein Fakt doch bestehen: Soviele Menschenleben, wie die Genossen Kommunisten vorzeitig zum Ableben delegiert haben, hat seit 150 Jahren kein bestehendes Herrschaftsystem mehr produziert
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    Wenn man immer wieder das Gleiche tut und ein anderes Ergebnis erwartet, nennt man das Wahnsinn (Einstein)

  3. #1013
    Mitglied Benutzerbild von Iwan
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    Standard AW: Hatte Stalin keine Werte?

    Zitat Zitat von Haidach Beitrag anzeigen
    Die ideale Besetzung war Trotzki gerade nicht, aber außerordentlich administrative Fähigkeiten hatte er durchaus gehabt.


    1. Über Koltschak. Es ist Sommer 1919. Unsere Truppen greifen Koltschak an und operieren bei Ufa. Es findet eine Sitzung des Zentralkomitees statt. Trotzki beantragt, die Offensive... Es kommt zu einer heftigen Diskussion. Das Zentralkomitee ist nicht mit Trotzki einverstanden... Das Zentralkomitee lehnt den Plan Trotzkis ab. Dieser erklärt seinen Rücktritt. Das Zentralkomitee nimmt den Rücktritt nicht an. Der Oberbefehlshaber Wazetis, der für Trotzkis Plan ist, tritt zurück. An seine Stelle tritt ein neuer Oberbefehlshaber, Kamenew. Von diesem Augenblick an bleibt Trotzki der direkten Teilnahme an den Angelegenheiten der Ostfront fern.
    2. Über Denikin. Es ist Herbst 1919. Die Offensive gegen Denikin mißlingt. … Trotzki wird von der Südfront zu einer Sitzung des Zetralkomitees geladen. Das Zentralkomitee erkennt die Lage als bedrohlich an und beschließt, neue militärische Funktionäre an die Südfront zu entsenden und Trotzki abzuberufen. Die neuen militärischen Funktionäre fordern „Nichteinmischung“ Trotzkis in die Angelegenheiten der Südfront. Trotzki bleibt der direkten Teilnahme an den Angelegenheiten der Südfront fern. Die Operationen an der Südfront nehmen nun bis zur Einnahme von Rostow am Don und Odessa ihren Lauf ohne Trotzki.“
    J.W. Stalin, Werke Band 6: Schriften von 1924, Berlin 1952, S. 300f
    So tiefe historische Kenntnisse kann ich nicht aufweisen. Trotzdem, wissen wir alle genau, dass alle diesen Denikin, Koltschak usw geschlagen wurden. Die Kaderpolitik der Bolschewiken war folglich richtig. Wir wissen nicht, was wäre ohne Trotzki, Kamenev, Stalin und anderer Bolschewiken der "falschen" Nationalität. Die weissen Generäle waren lauter "Arier" und was hat es denen geholfen?
    Patria o muerte!

  4. #1014
    Mitglied Benutzerbild von Iwan
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    Standard AW: Hatte Stalin keine Werte?

    Zitat Zitat von brain freeze Beitrag anzeigen
    Es geht nicht darum, was hätte sein sollen, sondern was real war - und da gab nun mal eine Überrepräsentation, die dem Ganzen eine bestimmte Richtung aufprägte. Das, was du als "besonders fähig" definierst, hängt natürlich mit der Zielstellung zusammen. Wer also in der Zeit des Roten Terrors besonders kaltblütig war, wäre demzufolge besonders "fähig", was natürlich fragwürdige Kriterien sind. Zumal selbst die demokratische Organisation des entstehenden Staates von solcherart "fähigen Kräften" zerschlagen wurde (Verfassungsgebende Versammlung; Wahl nach der Oktoberrevolution). Aber wir brauchen da nicht auf Stelle zu treten. Zumal die rechtliche Gleichstellung der Juden durch die sog. Februarrevolution bereits erreicht war.
    Wer diese Zeit, als die Zeit des Roten Terror definiert, ist einseitig. Gäbe es keinen Weissen Terror, gäbe es keine Intervention von Franzosen, Briten, Amerikaner, Japaner, Tschechen usw, wäre die Zahl der Opfer des Bürgerkriegs dutzendmal weniger. Ausserdem bestand die Arbeit vom ZK und der Sowjetregierung nicht von "am Morgen erschießen, am Abend begraben". Die Industrie, die Landwirtschaft, die Eisenbahm, die Ausbildung, die soziale Hilfe usw - alle diese Funktionen des Staates hat niemand abgeschafft. Diese Arbeit ist auch in der friedlichen Zeit ziemlich schwer, in der Zeiten des Bürgerkriegs tausendmal schwieriger, und dabei lebensgefährlich. Wie französische, englische und sonstige "Demokraten" die gefangengenommenen Bolschewiken behandelten, zwang alle Russen an die Seite der Bolschewiken. Auch dort, wo die Bolschewiken am Anfang nicht so populär waren.
    Patria o muerte!

  5. #1015
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    Standard AW: Hatte Stalin keine Werte?

    Zitat Zitat von Iwan Beitrag anzeigen
    Wer diese Zeit, als die Zeit des Roten Terror definiert, ist einseitig. Gäbe es keinen Weissen Terror, gäbe es keine Intervention von Franzosen, Briten, Amerikaner, Japaner, Tschechen usw, wäre die Zahl der Opfer des Bürgerkriegs dutzendmal weniger. Ausserdem bestand die Arbeit vom ZK und der Sowjetregierung nicht von "am Morgen erschießen, am Abend begraben". Die Industrie, die Landwirtschaft, die Eisenbahm, die Ausbildung, die soziale Hilfe usw - alle diese Funktionen des Staates hat niemand abgeschafft. Diese Arbeit ist auch in der friedlichen Zeit ziemlich schwer, in der Zeiten des Bürgerkriegs tausendmal schwieriger, und dabei lebensgefährlich. Wie französische, englische und sonstige "Demokraten" die gefangengenommenen Bolschewiken behandelten, zwang alle Russen an die Seite der Bolschewiken. Auch dort, wo die Bolschewiken am Anfang nicht so populär waren.
    Nö. Der sog. Rote Terror war programmatisch und institutionalisiert und richtete sich unabhängig vom Bürgerkrieg gegen alle inneren Gegner. Die Bolschewiki verkündeten selbst diesen Roten Terror. Fraglich, ob sie sich angesichts der Wahlniederlagen in Sowjets und bei der verfassungsgebenden Versammlung ohne Terror überhaupt hätten halten können. Der sog. weiße Terror war quasi eine Begleiterscheinung des sich hinziehenden Bürgerkrieges. Wobei ich auch hier keine Wertung treffe darüber, wer nun die Guten und die Bösen waren. Insofern geht deine Relativierung wieder am Thema vorbei.

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